Der organisierte / freie Skiraum

Franzi im organisierten Ski(t)raum - Das Video

>>> zum Video "Franzi im organisierten Ski(t)raum"

Ein Zeichentrickfilm der Servicestelle Wintersportwochen in Zusammenarbeit mit Schorsch Feierfeil zur Information über Markierungen und Beschilderungen im Schneesportraum sowie zur Bewusstmachchung der Unterscheidung zwischen organisiertem und freiem Schneesportraum für Kinder und Jugendliche im Rahmen einer Wintersportwoche.

 

Tipps für die Praxis

Ab dem Pistenrand beginnt bereits der freie Skiraum - das gilt auch schon für "Waldwege".

 

Abkürzungen oder gespurte Hänge zählen nicht automatisch zum organisierten Schneesportraum. Ein Befahren dieser Hänge ist Schulgruppen daher (ohne entsprechende Zusatzausbildung der Begleitpersonen) nicht gestattet.

 

Gefahren im freien Skiraum:

  • Eingeschneite Hindernisse (Baumstümpfe, Zäune, Felsen)
  • Hohlräume unter der Schhneedecke (unterhalb von Ästen, Bäumen, Latschen)
  • Sturz im Tiefschnee (Befreiung aus eigener Kraft nicht immer möglich)
  • Verirren
  • Lawinen


Abseits des organisierten Skiraumes (Pistenregeln beachten!) könnten sämtliche alpine Gefahren (ungekennzeichnet) lauern.
Auf den Pisten hingegen werden diese im Falle gekennzeichnet:

  • apere oder schneearme Stellen
  • Pistenzeichen (allgemein) zB Kreuzung, Lift


Skirouten sind hingegen nur vor Lawinengefahr, aber nicht zwingend vor anderen atypischen alpinen Gefahren wie apere Stellen, Steine oder Löcher geschützt - daher auch hier vermehrt Vorsicht!


Wichtig ist, dass die Begleitpersonen im organisierten Skiraum über die FIS-Pistenregeln Bescheid wissen müssen und die Schüler/-innen nachweislich darüber in Kenntnis gesetzt wurden.

Rechtsgrundlagen

Unter organisiertem Schneesportraum  versteht man die Gesamtheit aus Skipisten und/oder Skirouten. Er ist markiert und vor alpinen Gefahren gesichert, im Fall der Skipiste auch präpariert und kontrolliert.

 

Ausbildung: Facheinschlägige Ausbildung (Skilauf oder Snowboard) der Lehrer/innenbildung, der Lehrer/innenfort(weiter)bildung. Zumindest Ausbildung zum/r Landesskilehreranwärter/in oder abgeschlossenes 1. Semester der Ausbildung zum/r Skilehrwart/in bzw. Skiinstruktor/in bzw. Ausbildung zum/r Snowboardinstruktor/in oder zumindest abgeschlossener 1. Teil der Ausbildung zum/r  Landessnowboardlehrer/in


Für die bloße Begleitung von Schüler/innen im Rahmen von Wintersportveranstaltungen (z.B. Skitag) sind neben entsprechendem Eigenkönnen in der betreffenden Sportart zumindest die Kenntnis der Pistenregeln, der sicheren Liftbenützung und Gruppenführung sowie der sicherheitsrelevanten schulrechtlichen Bestimmungen (Sicherheitserlass, Aufsichtserlass 2005,…) erforderlich.


Organisation: Schneesportunterricht wird vorzugsweise in Gruppen durchgeführt. Eine Schüler/innengruppe darf nur im Ausnahmefall kurzfristig mehr als 12 Personen umfassen. Die tatsächliche Gruppengröße ist für die einzelnen Sportarten von Faktoren wie Schwierigkeitsgrad und Dauer von Aktivitäten sowie der Leistungsfähigkeit der Gruppe (Kondition, Erfahrung, Können, ...) abhängig und wird im Einzelfall aus Sicherheitsgründen zu reduzieren bzw. von mehr als einer Gruppenleiterin/einem Gruppenleiter zu betreuen sein.
Das gewählte Gelände muss dem Alter und dem Können der teilnehmenden Schüler/innen entsprechen und soll dem/r Leiter/in der Wintersportveranstaltung oder zumindest einem/r Begleitlehrer/in bekannt sein.
Im Hinblick auf die Gewährleistung der Sicherheit sind die Schüler/innen bei der Vorbereitung der genannten Aktivitäten über Gelände- und Wetterverhältnisse sowie alle zu beachtenden Maßnahmen hinsichtlich der Ausrüstung eingehend zu informieren und zu belehren.

Sicherheit: Bei Benützung von Aufstiegshilfen (z.B. Schleppliften, Sesselliften, Seilbahnen) ist der Ausrüstung (Wind und Kälte) und insbesondere dem Verhalten der Schüler/innen erhöhtes Augenmerk zu schenken.
Bei Wetterlagen, die den Abgang von Lawinen vermuten lassen, ebenso bei sonstigen Witterungsverhältnissen mit erhöhtem Gefahrenmoment, sind bei der Durchführung des Übungsbetriebes diesbezügliche Warnzeichen und Maßnahmen von Pistenerhaltern und anderen befugten Stellen unbedingt zu beachten bzw. zu befolgen.
Das Tragen eines geeigneten Schutzhelms ist erforderlich.

 

 

Unter freiem Schneesportraum  versteht man jenes alpine Gelände, das nicht als Piste oder Route deklariert und daher nicht vor alpinen Gefahren gesichert ist.

 

Die Richtlinien Nr. 17/2014 für die Durchführung von bewegungserziehlichen Schulveranstaltungen regeln für den freien Schneesportraum das Variantenfahren und Touren im alpinen Gelände.


- Unter Variantenfahren versteht man das Abfahren im freien Schneesportraum im Nahbereich einer Piste bzw. Route, wobei die Variante nicht mit einem Aufstieg verbunden ist und wieder in eine Piste/Route münden muss.

- Unter Tour versteht man das Aufsteigen mit Winterpsportgeräten und die Talfahrt / den Abstieg im freien Schneesportraum.

Der erhöhten Gefahrensituation wird durch erhöhte Sicherheitsanforderungen bei der Ausbildung der Begleitpersonen und bei der Organisation Rechnung getragen.

 

Variantenfahren

Ausbildung: zum/r staatlich geprüften Berg- und Skiführer/in, zumindest aber Berg- und Skiführeranwärter/in,
deren/dessen Abschluss nicht mehr als drei Jahre zurückliegt, staatlich geprüfte/r Skilehrer/in, staatlich geprüft/r Skiinstruktor/in mit Alpinausbildung, Skitourenwart/in bzw. Instruktor/in Skitouren, Lehrwart/in
hochalpin oder zum/r Landesskilehrer/in mit Alpinausbildung, Instruktor/in für Snowboardtouren, Snowboardinstruktor/in mit Alpinausbildung, Landesnowboardlehrer/in mit Alpinausbildung,  Diplomsnowboardlehrer/in mit Alpinkurs, Diplomsnowboardführer/in

 

Organisation: Zusätzlich zu den Bestimmungen für den organisierten Schneesportraum gelten:
Für die Einschätzung der Gefahrensituation im freien Schneesportraum sind neben einer abgeschlossenen Ausbildung auch die persönliche Erfahrung und die Kenntnis des Gebietes wesentlich.
Die tatsächliche Gruppengröße ist abhängig von Faktoren wie Schwierigkeitsgrad und Homogenität der Gruppe (Kondition, Erfahrung, Fahrkönnen im Tiefschnee,...). Nötigenfalls ist das Variantenfahren mit 2 Gruppenleiter/innen durchzuführen. Zu beachten sind die jeweils geltenden landesgesetzlichen Vorschriften.


Sicherheit: Eine Entscheidung über Antritt bzw. Fortsetzung einer Variantenfahrt hat auf Grund
einer gewissenhaften Prüfung zu erfolgen und ist stets auf die jeweils herrschende Witterungslage (Lawinenwarndienste) abzustellen. Das Tragen eines geeigneten Schutzhelms und das Mitführen einer üblichen Sicherheitsausrüstung (Lawinen-Verschüttetensuchgerät, Lawinensonde, Schaufel, Mobiltelefon) sind obligatorisch.

 

Touren

Ausbildung: zum/zur staatlich geprüften Berg- und Skiführer/in, staatlich geprüfte/n Skilehrer/in mit Skiführerausbildung, Diplomsnowboardführer/-in, Skitourenwart/-in bzw. Instruktor/in für Skitouren/Snowboardtouren/Winterwandern

 

Organisation: Zusätzlich zu den Bestimmungen für den organisierten Schneesportraum gelten:
Für die Einschätzung der Gefahrensituation im freien Schneesportraum sind neben einer abgeschlossenen Ausbildung auch die persönliche Erfahrung und die Kenntnis des Gebietes wesentlich. Touren sind grundsätzlich mit 2 Gruppenleiter/innen durchzuführen. Zu beachten sind die jeweils geltenden landesgesetzlichen Vorschriften. Neben dem/r ausgebildeten Gruppenleiter/in muss auch zumindest eine qualifizierte Begleitperson (fachkundige/r Zweite/r mit facheinschlägiger Ausbildung) eingesetzt werden. Die tatsächliche Gruppengröße ist abhängig von Faktoren wie Schwierigkeitsgrad, Dauer der Tour und Homogenität der Gruppe (Kondition, Erfahrung, Fahrkönnen im Tiefschnee, ...).

 

Sicherheit: Eine Entscheidung über Antritt bzw. Fortsetzung einer Skitour hat auf Grund einer gewissenhaften Prüfung zu erfolgen und ist stets auf die jeweils herrschende Witterungslage (Lawinenwarndienste) abzustellen. Es hat der/die Leiter/in sich hierzu des Rates ortskundiger, erfahrener und befugter Personen oder Stellen (z.B. Lawinenwarndienst, Polizei, Bergrettungsdienst, Skischulen) zu bedienen.
Begleiter/innen und Schüler/innen haben die übliche Sicherheitsausrüstung (Lawinen-Verschüttetensuchgerät, Lawinensonde, Schaufel, Mobiltelefon) mitzuführen. Für Abfahrten ist das Tragen eines geeigneten Schutzhelms erforderlich.

 

Richtlinien 2014 für die Durchführung von bewegungserziehlichen Schulveranstaltungen
(Rundschreiben Nr. 17/2014
, Geschäftszahl: BMBF-36.377/0023-II/8c/2014)

 

 

Auszug aus ÖNORM S 4611
Skipisten

Allgemein zugängliche, zur Abfahrt mit Ski und skiähnlichen Geräten vorgesehene und geeignete Strecke, die markiert, kontrolliert und vor atypischen Gefahren, insbesondere Lawinengefahr, gesichert ist und grundsätzlich präpariert wird.

Die Skipisten sind je nach Schwierigkeitsgrad blau (leicht - bis 25 % Hangneigung), rot (mittel - bis 40 % Hangneigung) oder schwarz (schwer - über 40 % Hangneigung) markiert.


Skiroute
Allgemein zugängliche, zur Abfahrt mit Ski und skiähnlichen Geräten vorgesehene und  geeignete  Strecke,  welche markiert und nur vor Lawinengefahr  gesichert  ist, aber weder präpariert noch kontrolliert werden muss.


Pistenrand
Grenze der Pistenfläche, innerhalb welcher der Pistenhalter seiner Sicherungspflicht nachkommt. Der Pistenrand kann durch natürliche Gegebenheiten bestimmt sein oder künstlich erkennbar gemacht werden.

Grafik organisierter/freier Skiraum

Oldie but Goldie: (Artikel aus 2002 zum Thema) "Faszination Tiefschnee"

Interview aus der Zeitung >>> © "In Bewegung" (Ausgabe 6/2002) des VDLÖ <<< mit dem ehemaligen "Alpinstaatsanwalt" Dr. Robert Wallner zum Thema "Faszination Tiefschnee".

Einige Jährchen sind seit der Publikation zwar vergangen, die Kernaussagen des Interviews zum Thema Sicherheit sind jedoch bis heute unverändert geblieben. Die aktuellen Richtlinie und Ausbildungsvoraussetzungen finden Sie oben in der Rubrik "Rechtsgrundlagen".